Sturzprophylaxe für Senioren: So beugen Sie Stürze vor

Patientenverfügung.digital

2022-06-17

Wenn das Sturzrisiko im Alter zunimmt, wird Sturzprophylaxe besonders wichtig. In unserem Artikel erfahren Sie, was Sturzprophylaxe ist und mit welchen Tipps und Übungen Sie das Risiko für Stürze im Alter so klein wie möglich halten.

Sturzprävention

Warum Sturzprophylaxe?

Um diese Frage zu beantworten, reicht ein Blick auf die Statistik: Ab dem 65. Lebensjahr stürzen fast 30 % der Senioren mindestens einmal pro Jahr. Bei Pflegebedürftigen zu Hause (und nicht im Heim) liegt diese Zahl geschätzt sogar bei 65 Prozent. Wer Stürze vermeiden möchte, sollte deshalb unbedingt auf umfassende Sturzprophylaxe achten.

Übrigens: Viele Senioren vermeiden aus Angst vor Stürzen Bewegungen und Aktivitäten. Das ist aber genau der falsche Weg! Je weniger Sie sich bewegen, desto schwächer werden die Muskeln und der Gleichgewichtssinn und desto höher wird die Sturzgefahr. Kraft, Balance und Reaktionsvermögen sollten Sie unbedingt auch im Alter trainieren.

Was ist Sturzprophylaxe?

Ob Beratung des Betroffenen, Training mit Hilfsmitteln oder Bewegungs-, Kraft- oder Gleichgewichtsübungen: Sturzprophylaxe umfasst verschiedene Maßnahmen, die das Sturzrisiko minimieren. Auch der Umbau zum barrierefreien Bad oder die Beseitigung von rutschigen Teppichen, freiliegenden Kabeln und ähnlichen Alltagsgefahren gehören zu einer umfassenden Sturzprophylaxe.

Was sind die größten Risikofaktoren?

Die häufigsten Risikofaktoren für einen Sturz sind:

  • Muskelschwäche
  • Gangstörungen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Sehbehinderungen
  • Arthritis
  • Dranginkontinenz
  • Depression
  • Einschränkungen bei der Alltagsbewältigung
  • Einsatz von Hilfsmitteln (Gehstock, Rollator etc.)
  • Bereits passierte Stürze

Sie möchten das Sturzrisiko eines Angehörigen einschätzen? Dann stellen Sie sich folgende 3 Fragen:

  1. Ist Ihr Angehöriger schon einmal gestürzt?
  2. Ist Ihr Angehöriger sehbehindert?
  3. Geht der Betroffene unsicher?

Bereits ein „Ja“ auf eine dieser Fragen macht Sturzprophylaxe unbedingt notwendig. Sie möchten sich nicht erst um Sturzprophylaxe kümmern, wenn es schon zu spät ist!

Wo bekomme ich Hilfe zur Sturzprophylaxe?

Hilfe und Unterstützung zur Sturzprophylaxe bekommen Sie an vielen Stellen. Zum Beispiel gibt Pflegekurse, in denen Sie alles Wichtige über Sturzprophylaxe und -prävention lernen. Zudem können Sie sich von Pflegekräften beraten lassen. Laut dem Expertenstandard zur Sturzprophylaxe sind Pflegekräfte sogar zur Beratung verpflichtet.

Wichtig: Auch für pflegende Angehörige gibt es viele Angebote zum Thema Sturzprävention. Sie können sich zum Beispiel in einer Pflegeberatung über Möglichkeiten zur Sturzprophylaxe informieren. Ebenfalls eine gute Anlaufstelle ist die Bundesinitiative Sturzprävention. Dort haben Krankenkassen, Sport- und Wohlfahrtsverbände in einem Empfehlungspapier verschiedene Richtlinien und Tipps für Senioren zusammengestellt, die auch im Alter zu Hause wohnen.

Sind Pflegekräfte geschult zum Thema Sturzprävention?

Ja, normalerweise ist das der Fall. Professionelle Pflegekräfte können sich zum Thema Sturzprophylaxe außerdem fort- und weiterbilden. Dabei wird vor allem zwischen dem Hamburger und dem Ulmer Modell unterschieden:

  • Sturzprophylaxe nach dem Hamburger Modell
    Beim Hamburger Modell geht es vor allem um Sturzprophylaxe bei Bewohnern in Pflegeheimen. Ein besonderer Fokus liegt auf Hilfsmitteln wie Hüftprotektoren, um die Akzeptanz dieser Protektoren zu steigern.

  • Sturzprophylaxe nach dem Ulmer Modell
    Das Ulmer Modell lehrt ein Trainingsprogramm für Kleingruppen (6-10 Personen) mit Fokus auf Muskelkraft und Gleichgewicht der Teilnehmer. Außerdem werden pflegebegleitende Maßnahmen zur Sturzprävention und für eine sichere Umgebung vermittelt.

Welche Maßnahmen umfasst Sturzprävention normalerweise?

Maßnahmen zur Sturzprävention lassen sich in drei Gruppen einteilen:

1. Personenbezogene Maßnahmen

Darunter versteht man zum Beispiel Übungen zur Förderung des Gleichgewichts, Bewegungstraining bei Gehstörungen oder Kraft- und Ausdauertraining für eine stärkere Muskulatur. Außerdem werden Krankheiten berücksichtigt und behandelt, welche die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigen können (zum Beispiel Depressionen, Parkinson, Nervenkrankheiten, Demenz oder Blutdruckstörungen).

2. Medikamentenbezogene Maßnahmen

Dabei geht es um das Absetzen oder Anpassen von Medikamenten, welche die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigen oder das Sturzrisiko erhöhen. Das kann zum Beispiel bei blutdrucksenkenden Mitteln oder Beruhigungs- und Schlafmitteln sinnvoll sein.

3. Umweltbezogene Maßnahmen

Das sind alle Maßnahmen, die das Lebensumfeld des Betroffenen betreffen. Von den richtigen Schuhen über Training für den sicheren Umgang mit Gehhilfsmitteln bis zum barrierefreien Bad oder Beseitigung von Stolperfallen (zum Beispiel rutschige Teppichen).

Tipp: Für eine umfassende Sturzprophylaxe sind immer alle drei Maßnahmen empfehlenswert.

Welche Übungen sind sinnvoll?

Besonders wichtig sind Übungen für eine gute Balance und eine starke Arm- und Beinmuskulatur. Im Internet finden Sie viele Übungen, die Sie ganz einfach zu Hause ausführen können (am besten zusammen mit einem Angehörigen oder einer Pflegekraft).

Tipp: Wer Hilfsmittel benutzt, sollte sich unbedingt im richtigen Umfang schulen lassen. Eine Beratung im Sanitätsfachhandel ist auch sinnvoll, damit Sie das richtige Hilfsmittel wählen.

Schlusswort

Sturzprävention im Alter ist für die meisten Senioren wichtig. Zum Glück gibt es viele Angebote, um Betroffenen und Angehörigen die Sturzprävention so einfach wie möglich zu machen. Dieser Artikel bietet Ihnen einen guten Überblick und beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Sturzprävention.

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