Gehhilfen für Senioren: 5 Möglichkeiten für mehr Mobilität im Alter

Patientenverfügung.digital

19.4.2022

Trotz körperlichen Einschränkungen selbstständig fortbewegen? Mit Gehilfen wird das möglich. In unserem Artikel beantworten wir Ihnen die 5 wichtigsten Fragen zum Thema und stellen Ihnen 5 häufige Gehhilfen vor.

Gehhilfen

1. Was sind Gehhilfen?

Gehilfen ermöglichen selbstständige Fortbewegung bei Gehbehinderungen. Das Prinzip ist ganz einfach: Der Betroffene kann sich auf die Gehhilfe abstützen und dadurch die Belastung auf die Beine deutlich verringern. Gehhilfen werden entweder regelmäßig im Alltag oder temporär zum Wiedererlernen bzw. Trainieren des eigenständigen Gehens genutzt.

2. Wann sind Gehhilfen sinnvoll?

Gehhilfen eignen sich für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Vor allem Senioren brauchen bei der Fortbewegung im Alltag häufig Unterstützung, wenn die Muskelmasse abnimmt und der Körper schwächer wird. Gehhilfen bieten dann nicht nur mehr Beweglichkeit, sondern sind auch für die Psyche wichtig. Schließlich können Betroffene mit Gehhilfen wieder verstärkt am Leben teilnehmen, Freunde und Familie treffen und selbstständiger durchs Leben schreiten. So können Gehhilfen unter anderem dabei helfen, Depressionen oder Einsamkeit im Alter zu vermeiden.

3. Welche Gehhilfen gibt es?

Gehhilfen können sich je nach Schwere der körperlichen Beschwerden unterscheiden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einfachen Gehhilfen wie Gehstöcke oder Gehgestellte und umfassenden Mobilitätshilfen wie Elektromobile oder Elektroscooter:

Gehstock

Ein Gehstock ist die günstigste Gehhilfe. Der Stock ist eine gute Wahl, wenn Sie sich sicher auf den Beinen fühlen, aber Probleme mit dem Gleichgewicht haben. Das Laufen mit einem Gehstock entlastet außerdem die Gelenke. Das macht den Gehstock auch geeignet für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen.

  • Es gibt viele unterschiedliche Gehstöcke. Überlegen Sie sich deshalb vor dem Kauf, wofür Sie den Gehstock benutzen und lassen Sie sich nach Möglichkeiten fachkundig beraten. Es gibt zum Beispiel Gehstöcke, die besonders gut für weiche Böden geeignet sind. Oder höhenverstellbare und faltbare Stöcke.

  • Ein sogenannter Drei-Punkt-Gehstock bietet besonders hohe Sicherheit und Standfestigkeit. Der Stock hat mindestens drei (bei Bedarf auch vier oder fünf) Füße, die nach außen abgewinkelt den Boden berühren. Das vergrößert die Unterstützungsfläche.

Gehbock

Es soll noch stabiler als ein Drei-Punkt-Gehstock sein? Ein Gehbock (bzw. Gehgestell) steht mit vier Beinen auf dem Boden und ist garantiert rutsch- und standfest. Die perfekte Wahl für Menschen, die sich sehr wacklig auf den Beinen fühlen.

  • Ein Gehbock kann auch mit Rädern ausgestattet sein. Das kann die Fortbewegung noch einfacher machen.

  • Gehgestelle sind sperrig. Achten Sie deshalb auf ein geringes Gewicht, damit Sie die Gehhilfe leicht anheben können (zum Beispiel um Stufen oder Plattformen zu überwinden).

Rollator

Ein Rollator ist ebenfalls eine beliebte Gehhilfe. Dieser eignet sich sowohl für die eigenen vier Wände als auch für die Bewegung außerhalb. Im Gegensatz zum Gehbock kann ein Rollator mit einem Sitz (und Staumöglichkeiten) ausgestattet sein.

  • Ein Rollator muss zu Ihrer Körpergröße passen. Während schwerere Rollatoren stabiler sind, lassen sich leichtere Modelle einfacher steuern und anheben.

  • Auch die richtige Größe der Räder ist wichtig. Wer seinen Rollator vor allem draußen nutzen möchte, sollte auf größere Räder mit griffigem Profil setzen. Das erleichtert das Gehen/Fahren auf unebenem Boden.

Rollstuhl

Ein Rollstuhl gehört nicht zu den klassischen Gehhilfen. Trotzdem ist dies ein wichtige Fortbewegungsmittel für Menschen, die nicht mehr selbstständig gehen können. Ein Rollstuhl bietet eine gute Möglichkeit für die Bewegung außerhalb des Hauses und lässt sich einfach zusammenklappen (und zum Beispiel im Auto verstauen).

  • Denken Sie daran, die eigene Wohnung barrierefrei zu gestalten. Vor allem ein Treppenlift und ein barrierefreies Bad sind wichtig.

  • Rollstühle eignen sich nicht für lange Strecken. Sie müssen den Rollstuhl mit Muskelkraft der Arme bewegen, was auf lange Sicht anstrengend sein kann.

Elektromobil / Elektroscooter

Elektromobile oder Elektroscooter eignen sich für Menschen mit starken körperlichen Einschränkungen. Betroffene können sich so außerhalb der eigenen vier Wände mit Schrittgeschwindigkeit fortbewegen (und auf dem Gehweg fahren).

  • Je nach Größe und Ausstattung können Elektromobile und Elektroscooter bis zu 2000 Euro kosten.

  • Neben den Anschaffungskosten müssen Sie Ihr Elektromobil auch regelmäßig warten. Eine Inspektion kostet etwa 100 Euro.

4. Übernehmen Krankenkassen die Kosten?

Normalerweise werden Gehhilfen von Ihrem Arzt verschrieben. Nach Vorlage des Rezepts bei der Krankenkasse erhalten Sie meistens finanzielle Unterstützung Ihrer Krankenkasse. Aber Achtung: Manche Krankenkassen arbeiten nur mit bestimmten Anbietern zusammen. Außerdem übernimmt nicht jede Krankenkasse die Kosten für ein Elektromobil oder Elektroscooter.

Unser Tipp: Informieren Sie sich vorab, welche Kosten Ihre Krankenkasse übernimmt und ob es Eingrenzungen bei Anbietern und den geförderten Gehhilfen gibt.

5. Wo finde ich mehr Informationen?

Im Hilfsmittelverzeichnis sind alle Hilfsmittel aufgelistet, die von gesetzlichen Krankenkassen gefördert werden. Von Inkontinenz­material und Bandagen über einen Hausnotruf bis zu Hörgeräten und Geh- und Mobilitätshilfen. Wer privat versichert ist, fragt bei seiner Krankenversicherung am besten direkt nach.

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